Die Umgebung, in der wir uns aufhalten, hat große Bedeutung für unser Wohlbefinden. Dadurch, dass der Mensch grundsätzlich für ein naturnahes Leben ausgestattet ist, reagiert er wie oben beschrieben mit Stress, physischer und psychischer Erkrankung, wenn er zu sehr vom Erleben der Natur abgeschnitten ist. Im Gegenzug kann die Natur mit ihren wohltuenden, heilenden Kräften einen anstrengenden Alltag in unserer heutigen Gesellschaft ausgleichen.
Die Natur ist als Erfahrungsraum sehr geeignet, um den ganzen Menschen zu bilden, weil sie den ganzen Menschen anspricht – seine Wahrnehmung, sein Denken und Fühlen, seine Phantasie, sein moralisches und ästhetisches Bewusstsein ebenso wie sein Körperempfinden, seine Bewegungslust und sein Bedürfnis nach Aktivität.
Der innige Bezug des kleinen Kindes zur Natur soll deswegen nicht gestört, sondern gestärkt werden. Beim Spiel in der Natur muss das Kind nicht einen Großteil seiner Konzentration dafür aufwenden, unnütze Informationen und überflüssige Sinnesreize auszublenden. Hier bekommt es vielfältigste Anregungen und unterschiedlichste Sinneserfahrungen, die genau für die eigentlichen Bedürfnisse dieser Entwicklungsstufe des Kindes passend sind. Es ist aktiver Gestalter seiner Lebenswelt, die Natur dient zur Verwirklichung seiner Ideen und damit seiner Selbst. Ebenso ermöglicht die natürliche Umgebung noch den Raum für die Erprobung seiner individuellen Grenzen und genügend Platz um Freiheit, Gemeinsamkeit und Ruhe zu spüren.